Trump auf Twitter oder wie ein Präsident polarisiert!

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Wenn Donald Trump eines kann, dann ist es provozieren. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nichts von ihm über Twitter hören. Egal ob Konzerne, Promis, Privatpersonen oder Medien – keiner ist vor seinen Twitter-Eskapaden sicher. Viele Unternehmer, Wirtschaftstreibende oder Journalisten haben sich nun doch für einen Twitter-Account entschieden, um einfach am Laufenden zu belieben. Die SMA hat sich den „Trump-Effekt“ genauer angesehen.

Trump und die Twitter Tiraden

Kaum jemand hat es in den letzten Wochen und Monaten geschafft, so viel von sich reden zu machen wie #DonaldTrump. Seine Twitter-Tiraden schießen tagtäglich wie ein Lauffeuer durch die sozialen Medien und heizen immer neue Diskussionen an. Der Wahlkampf ist zwar schon längst vorbei, was Trump aber ziemlich wenig zu stören scheint. Er zeigt sofort, wenn ihn etwas in Rage versetzt und wettert eifrig gegen sämtliche Stimmen, die nicht seine Meinung teilen – und das immer mit einer gesunden Portion Selbstlob.

President Donald J. Trump

President Donald J. Trump

Twitter – Wo bleibt der „Trump-Effekt“?

Für den Millionär ist das soziale Netzwerk eine hervorragende Art seine Gedanken zu verbreiten. Nur einem nützt die Furore um Trump relativ wenig – Twitter selbst. Eigentlich wäre der Präsident ein ausgezeichneter und kostenloser Werbeträger für die Plattform – beachte man die Weltbeben, die seine Nachrichten verursachen. Trotz der gewaltigen Präsenz und Aktivität Trumps macht sich nur ein schwacher Zuwachs der Nutzerzahlen bemerkbar. Das Zwitschergeschäft läuft schlecht. Zwar schaffte es die Plattform durch den Millionär weltweit ihre Bekanntheit zu steigern, aber sieht die Realität anders aus. Chronisch rote Zahlen, Verluste von bis zu 11 Prozent an der Börse und mangelndes Interesse der Werbekunden bringen das Unternehmen zunehmend in Bedrängnis. Der erhoffte „Trump-Effekt“ bleibt also aus, während es für den Millionär mehr als gut läuft.

 

Wie ein Millionär spricht

Kaum eine Nachrichtensendung ohne Trump als Gesprächsthema. Seine Kommunikationspolitik hat dabei mehr Strategie, als viele denken. Trumps Publikum findet sich über Twitter selbst – ganz ohne Pressekonferenzen oder Interviews. Damit erreicht er Millionen. Auch seine Sprache befindet sich weitab der Norm, was ihn von anderen Staatsoberhäuptern unterscheidet. Anders als Merkel oder sein Vorgänger Obama versucht er nicht durch Tweets Zugänglichkeit auszustrahlen oder sein menschliches Image aufzupolieren, sondern teilt ungezügelt seine persönliche Meinung mit der Welt. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und spricht auch Themen an, die kein anderer Politiker so offen widergeben würde.

Trump benutzt eine ziemlich einfache, aber zugleich manipulative Sprache. Kurze Sätze, eindeutige Botschaften. Seine Wortwahl ist emotional berechnet – mit einem Ziel: Man soll sofort erkennen, wie er zu einer Sache steht. Dazu verwendet er am Ende seiner Tweets ein bis zwei Wörter, die als Ausruf dienen – auch gern in Großbuchstaben und mit Rufzeichen – um auf den ersten Blick mitzuteilen, wie er sich fühlt. Diese Zeichensetzung hat unterbewusst eine große Wirkung auf den Leser. Sie wirkt ähnlich wie bei einem persönlichen Gespräch, bei der einzelne Worte besonders betont werden, wodurch sich eine Person direkt angesprochen fühlt. Ob Trump diese Methode aber schlussendlich bewusst oder unterbewusst einsetzt, sei dahingestellt.

Donald Trump - offizieller Twitter Account des US-Präsidenten

Donald Trump – offizieller Twitter Account des US-Präsidenten

 

Donald Trumps Twitter-Fakten

  • Dass Trump es mit der Wahrheit nicht so ernst nimmt, wissen wir bereits. Etwa 76% seiner Tweets sind völliger Unfug oder zu großen Teilen falsch – aber zumindest bei ganzen 4% hat der Millionär nicht geflunkert.
  • Trump twittert zwischen 2 und 5 Mal am Tag.
  • Nicht alle Tweets stammen vom Twitter-König selbst. Etwa ein Drittel schreiben seine Angestellten. Diese bestehen dann zumeist aus Mitteilungen, Ankündigungen oder Danksagungen – also jene Nachrichten, die für keine Eskapaden sorgen.
  • Mehr als zwei Drittel seiner Aussagen auf Twitter sind negativ.

 

Die Macht eines Tweets

Es könnte beinahe amüsant sein, würden seine Posts nicht einen so großen Einfluss haben. Trump hat schon längst riesige US-Konzerne im Griff, wie die jüngsten Ereignisse beweisen. Erst vor kurzem führte ein Wut-Tweet über die angeblich zu teure Entwicklung des Militärjets F-35 zu einem Einsturz des Aktienkurses des US-Rüstungskonzern Lockheed Martin um 4% – was einen Verlust von 1 Milliarde Dollar an der Börse mit sich zog. Auch Boeing blieb nach einer Ankündigung einer vermeintlichen Abbestellung der neuen Air Force One nicht verschont – deren Aktie fiel um 1%.

Aber nicht nur die Wirtschaft ist von Trumps „Twitter-Wahn“ betroffen, auch das ganze Weltgeschehen wird von seinen provokanten Rundumschlägen beeinflusst. „Mexikaner seien alle Vergewaltiger und Drogendealer“, „Muslime Terroristen“, „das FBI unfähig“ und „die Darstellung der Zuschauermengen bei seiner Amtseinführung verfälscht“. Dass Trump kein Verfechter von Gerechtigkeit und Ehrlichkeit ist, macht er u.a. mit diesen „alternativen Fakten klar. Erst kürzlich twitterte er über einen mutmaßlichen Terroranschlag in Schweden. Nur blöd, dass davon niemand wusste – außer dem Präsidenten selbst.

Persönlicher Twitter Account von Donald Trump

Trump real Twitter – Persönlicher Twitter Account von Donald Trump

Auch Trumps Rechtfertigung zum umstrittenen Schweden-Tweet ist mehr als fragwürdig. Am Ende sind wieder – wie kann es auch anders sein – die Medien Schuld.

Frei erfundene Aussagen sind jedoch noch das geringste Übel. Wie gefährlich die Lage wirklich ist, wurde erst kurz vor Weihnachten sichtbar, als der neue Präsident zu einer Aufrüstung der Atomwaffen ausrief. Zwar verflog die Aufregung wieder, aber könnten solche Posts in unruhigen Zeiten auch als Drohung wahrgenommen werden.

Trump und die Medien

Kritische Stimmen oder Hasstiraden, die seine gewagten Äußerungen herbeiführen, ändern an seinen Verhalten reichlich wenig. Protokolle und Verhaltensvorschriften werden missachtet. So verbannte er große Medien wie die Zeitschrift „New York Times“, den Fernsehsender CNN und das Magazin „Politico“ von einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Was für ein Zufall, dass genau diese in letzter Zeit häufig Kritik an ihm geübt hatten. Die Schlagzeilen hören nicht auf. Nur kurz danach teilte er über Twitter mit, im April nicht am traditionellen Korrespondenten-Dinner des Weißen Hauses teilnehmen zu wollen.

Regeln und Verpflichtungen scheint der neue Präsident der Vereinigten Staaten also nicht zu kennen. Das führte soweit, dass ihn seine Berater bereits mehr als einmal zur Mäßigung drängten und ein Twitter-Verbot gegen ihn verhängten, dessen Wirkung nicht lange anhielt. Trump twittert einfach weiter – ohne politische Konsequenzen zu fürchten.

Man kann also gespannt bleiben, für welche Furore der Twitter-König noch in naher Zukunft sorgt.

Autor: Chiara Raunig für die SMA

 

 

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One Comment to Trump auf Twitter oder wie ein Präsident polarisiert!

  1. […] von meinem Schreibstil zu bekommen, findet ihr hier die Links zu meinen SMA-Blogbeiträgen über Twitter und  […]

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