Die 5 wichtigsten Regeln für den Umgang mit Fotos im Internet!

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Teil 2 zum Thema: „Urheberrecht und soziale Netzwerke“

Im zweiten Teil dieser kurzen Serie wollen wir diesen 5 wichtigsten Punkten nachgehen und aufzeigen unter welchen Bedingungen Fotos in Social Media gepostet – also veröffentlicht – werden dürfen und was passieren kann, wenn diese Regeln NICHT eingehalten werden.

  1. Du hast als Urheber das alleinige, übertragbare Recht auf die Veröffentlichung von Fotos.
  2. Du sollst keine Fotos (Produktfotos des Herstellers) von Anderen posten oder verwenden, da kostenpflichtige Abmahnungen drohen!
  3. Du sollst Abmahnungen ernst nehmen, im Wiederholungsfall musst du mit einer saftigen Verwaltungsstrafe rechnen.
  4. Du sollst nur eigene Fotos in Social Media verwenden!
  5. Du sollst nur Fotos mit Zustimmungserklärung (Bitte teilen, Teilen erlaubt, …) im Social-Web teilen!

 

SMA-Experte Ludwig Notsch

SMA-Experte Ludwig Notsch

Das Urheberrecht schützt, wie der SMA-Experte für Internet, Recht und Social Media, Dr. Ludwig Notsch erläutert, „das persönliche, geistige und wirtschaftliche Interesse des Urhebers und ist daher ein sehr umfassendes Recht“. Als sogenanntes Schutzrecht entsteht das Urheberrecht automatisch, wenn ein urheberrechtsfähiges Werk erstellt wurde (zB Grafik, Foto, Film, Musik, EDV-Programm, etc.).

Grundsätzlich dürfen Fotos nur mit Zustimmung des Urhebers bzw. Rechtsinhabers im Internet öffentlich zur Verfügung gestellt werden. In Österreich ist dieses Recht im Bundesgesetz über das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst und über verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) geregelt.

So heißt es in § 3(2): „Werke der Lichtbildkunst (Lichtbildwerke) sind durch ein photographisches oder durch ein der Photographie ähnliches Verfahren hergestellte Werke“. § 10 erläutert, dass „Urheber eines Werkes ist, wer es geschaffen hat“.

Dieses Recht auf die alleinige Verwendung und Verwertung an (einfachen) Lichtbildern erlischt in Deutschland nach § 72 Abs. 3 UrhG 50 Jahre spätestens nach dem ersten Erscheinen des Bildes. In Österreich erlischt dieses Recht ebenfalls 50 Jahre nach der Aufnahme bzw. der ersten Veröffentlichung. Quelle: § 74 (6) UhrG .

 

Urheberrechtsverletzungen können nun beispielsweise das unerlaubte Hochladen von fremden Fotos auf frei zugängliche Websites, die Verwendung für ein Verkaufsinserat – beispielsweise auf einer Verkaufsplattform – oder das Hochladen in Social Media wie Facebook, Google+, Pinterest… sein.

Dabei ist es egal, ob die Veröffentlichung privaten oder kommerziellen Zwecken dient oder ob überhaupt jemand das Foto tatsächlich gesehen hat.

 

Die Verwendung von Produktfotos, etwa zur Illustration im Rahmen von Privatverkäufen auf Verkaufsplattformen wie etwas „ebay“ führte bereits zu zahlreichen, oft sehr teuren, Abmahnungen.

Was ist darunter zu verstehen? Im Falle einer Urheberrechtsverletzung wird diese seitens des Rechteinhabers sehr oft mit einer „Abmahnung“ geahndet. Darunter ist die formale Aufforderung zu verstehen, eine bestimmte Handlung oder ein bestimmtes Verhalten in Hinkunft zu unterlassen. Gleichzeitig fordert der Inhaber der Bildrechte eine Lizenzgebühr sowie die Kosten des einschreitenden Anwaltes.

Meist wird in diesem Zusammenhang die Abgabe einer „strafbewehrten Unterlassungserklärung“ gefordert. Das ist die Verpflichtung, im Falle einer weiteren Urheberrechtsverletzung eine oft sehr hohe Vertragsstrafe an den Rechteinhaber zu bezahlen. Daher enthält die Unterlassungserklärung explizit das Verhalten, welches künftig unterlassen werden soll. Die strafbewehrte Unterlassungserklärung begründet somit einen gerichtlich durchsetzbaren Unterlassungsvertrag.

Soweit die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. die möglichen Konsequenzen einer Urheberrechtsverletzung.

 

Gerade die Verwendung von Fotos bzw. „Spruchbildern“ (Quots) erfolgt in den sozialen Netzwerken wie Facebook relativ oft am Rande der Legalität.

Aufsehen erregte vor einiger Zeit eine Meldung, wonach ein Fotograf wegen der ungefragten Nutzung eines seiner Bilder in einem privaten FB-Profil als Profilbild 2.000 € Schadenersatz verlangte.

Die 5 wichtigsten Regeln im Umgang mit Fotos im Internet

Die 5 wichtigsten Regeln im Umgang mit Fotos im Internet

Umstritten ist ferner, ob das bloße „Teilen“ eines Bildes bereits eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Manche Inhaber von Facebook-Seiten freuen sich, wenn ihre Beiträge durch „Teilen“ weiterverbreitet werden. Fraglos ist aber das Herunterladen und selbstständige Posten von Fotos aller Art eine Rechtsverletzung. In regelmäßigen Abständen warnen verschiedene Institutionen und auch Anwälte davor, dass nun Abmahnwellen bevorstehen könnten, da gerade in den sozialen Netzwerken mit fremden Fotos, gelinde gesagt, sehr sorglos umgegangen wird.

In diesem Zusammenhang meint Dr. Ludwig Notsch: „Das Teilen, also die weitere Veröffentlichung bedarf grundsätzlich der, idealerweise schriftlichen, Zustimmung des Urhebers. Hier kommt es darauf an: Welche Vereinbarung wurde mit dem Werkersteller über die Nutzung und Verwertung des Werks getroffen? Gibt der Kommentar oder die Bezeichnung des Fotos durch den Urheber zu verstehen, dass das Teilen ausdrücklich erwünscht ist, darf geteilt werden. Fehlt ein solcher Hinweis, empfehle ich jedem eine entsprechende Zustimmung vom Urheber einzuholen. Andernfalls läuft man Gefahr abgemahnt zu werden.“

Dazu kommt, dass sich in Deutschland einige Anwaltskanzleien bereits auf den Versand dieser Schriftsätze spezialisiert haben. Bilder und Texte, die ohne die erforderlichen Rechte auf Webseiten oder Verkaufsplattformen veröffentlicht werden, lassen sich nämlich technisch sehr leicht auffinden und ohne großen Aufwand abmahnen.

Notsch: „Abmahnungen erfolgen täglich in großer Anzahl, da vielen schlichtweg das Bewusstsein für diese Art von Rechtsverletzung – Urheberrechtsverletzung – fehlt.“

Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte daher ausschließlich Fotos in Social Media stellen, die er entweder selbst gemacht oder für deren Veröffentlichung er die entsprechende Erlaubnis eingeholt hat.

 

Abschließend noch ein SMA-Tipp!

Über tineye.com kannst du ein Bild oder ein Foto kostenfrei auf Verwendung checken. Die Bilderkennung findet doppelte und modifizierte Kopien eines Bildes oder Fotos und zeigt auf wo das Bild oder Foto online erschienen ist.

Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

 

Alle Quellenangaben im Überblick:

Quelle: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10001848

In Deutschland gibt es das ähnliche Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz – UrhG).

Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/inhalts_bersicht.html

Quelle: http://www.jurarat.de/was-ist-eine-strafbewehrte-unterlassungserklaerung

Quelle: http://www.infodocc.info/facebook-abmahnung-bild/

Quelle: http://abmahnung-wegen-urheberrechtsverletzung.de/

 

Teil 1 findest du unter: Urheberrecht und soziale Netzwerke

Ja, und hier unsere Zustimmungserklärung „Teilen gerne erlaubt“!

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